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Miele kombiniert Bad- und Sprühimprägnierung für Feuerwehrschutzkleidung

Miele Professional erweitert seine Benchmark-Waschmaschinen für 12, 16 und 20 Kilogramm Beladung um PowerGuard PRO, ein neues Imprägnierverfahren für Feuerwehrschutz- und Rettungskleidung. Das System kombiniert Elemente der Bad- und Sprühimprägnierung und soll die flüssigkeits- und schmutzabweisende Funktion des Obermaterials nach Wasch- und Dekontaminationsprozessen wiederherstellen.

Nach Angaben von Miele reduziert PowerGuard PRO den Verbrauch des Imprägniermittels gegenüber einer klassischen Badimprägnierung um mindestens 25 Prozent. Im Imprägnierschritt kann der Wasserverbrauch um bis zu zwei Drittel sinken. Gleichzeitig sollen höhere Beladungsmengen möglich sein als bei reinen Sprühverfahren.

Technisch ist die Nachbehandlung relevant, weil die Oberflächenausrüstung von Feuerwehrbekleidung durch mechanische Beanspruchung, Alterung und wiederholte Wäsche an Wirkung verliert. Nimmt der Oberstoff mehr Wasser oder Kontaminationen auf, steigen Gewicht und Belastung, während Schutz- und Klimakomfort beeinträchtigt werden können. Miele hat das Verfahren zum Patent angemeldet.

Hochschule Niederrhein bringt Strick, Space-Age und Nachwuchsdesign ins Historische Klärwerk

Die Hochschule Niederrhein präsentiert am 15. Oktober 2026 im Historischen Klärwerk Krefeld-Uerdingen aktuelle Kollektionen und Abschlussarbeiten aus dem Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik. 
Gemeinsam mit angehenden Bekleidungstechnischen Assistentinnen und Assistenten des Berufskollegs Vera Beckers entsteht ein Programm zwischen experimenteller Gestaltung, Popkultur und gesellschaftlichen Themen.

In Sophie Steffens Bachelor-Kollektion „Raum für mich“ werden Space-Age-Einflüsse und kreisförmige Elemente in sechs Silhouetten übersetzt. Julia Segschneider nutzt in ihrer Masterarbeit „zu viel oder zu wenig“ Strick als zentrales Gestaltungsmittel und arbeitet bewusst mit Gegensätzen zwischen weichen Materialien und kontrollierenden Formen.

Weitere Positionen reichen von einer künstlerisch geprägten Capsule Collection für Bühne und Alltag bis zu „Future Fashion“ mit ungewöhnlichen Materialien.
Die Schau macht damit sichtbar, wie breit sich Ausbildung heute zwischen Material, Konstruktion, kultureller Referenz und persönlicher Designsprache bewegt.

PUMA: ANTA Sports übernimmt 29,06 Prozent und wird größter Aktionär

ANTA Sports Products Limited hat den bislang von Artémis gehaltenen Anteil von 29,06 Prozent an PUMA vollständig übernommen und ist damit neuer größter Aktionär des Sportartikelkonzerns. PUMA wertet den Einstieg als langfristiges strategisches Engagement und will prüfen, in welchen Bereichen sich die jeweiligen Stärken beider Unternehmen ergänzen können.

Für die Markenführung ist ein Punkt ausdrücklich festgehalten: PUMA soll weiterhin unabhängig geführt werden. Nach Angaben des Unternehmens respektiert ANTA Sports die eigenständige Unternehmensführung, Markenidentität und Markenautonomie von PUMA.

Der Vorgang ist für die internationale Sportartikelindustrie auch deshalb relevant, weil ein großer chinesischer Sportartikelkonzern nun eine substanzielle Beteiligung an einer der bekanntesten europäischen Marken hält. 
PUMA verfolgt gleichzeitig das Ziel, sich wieder unter den drei führenden Sportmarken weltweit zu positionieren.

 

Fraunhofer IAP macht PET-Alttextilien zum Rohstoff für neue Biopolymere

Das Fraunhofer IAP zeigt zur Fakuma 2026 verschiedene Wege, Kunststoff- und Textilströme stärker zirkulär zu nutzen. 
Ein textilnaher Ansatz setzt bei PET-haltigen Alttextilien an: Sie dienen als Ausgangsmaterial für die Herstellung des Biopolymers Polyhydroxybutyrat (PHB). 
Damit wird ein schwer verwertbarer Abfallstrom in eine neue Rohstoffbasis überführt.

Parallel arbeitet das Institut an der Rückgewinnung von Terephthalsäure aus PET, aus der erneut Polymere für Flaschen, Fasern und Folien entstehen können. Neue Typen des Biokunststoffs Polybutylensuccinat (PBS) wurden gemeinsam mit Industriepartnern im Pilotmaßstab entwickelt. 
Sie lassen sich unter anderem extrudieren und verspinnen und kommen damit auch für textile Anwendungen infrage.

Ein weiteres Thema ist recyclinggerechte Materialgestaltung. 
Beim selbstverstärkten sc-PLA bestehen Matrix und Verstärkung aus demselben Polymer, wodurch spätere Trennschritte entfallen.
Ergänzend zeigt das IAP biobasierte Carbonfasern aus erneuerbaren Rohstoffen wie Cellulose oder Lignin für Leichtbau-, Energie- und weitere technische Anwendungen.

Barmag bündelt Automatisierung, Energieeffizienz und Digitalisierung für die Chemiefaserproduktion

Barmag stellt für die India ITME 2026 ein breit angelegtes Technologiepaket für die Chemiefaserproduktion vor. 
Im Zentrum steht POY 2.0 mit dem WINGS-POY-2.0-Wickler, der den Aufspulvorgang automatisiert. 
Ergänzt wird das Konzept durch eine kompaktere Spinnpackung und einen neu ausgelegten Spinnbalken. 
Barmag nennt dabei unter anderem rund ein Drittel weniger Filtersand und Energieeinsparungen von bis zu zehn Prozent am Spinnbalken.

Digital flankiert wird die Produktion durch atmos.io. Die Plattform verknüpft Prozessdaten entlang der Garnherstellung und soll Qualitätsabweichungen früher sichtbar machen. 
Für die Texturierung nennt Barmag bei der eFK EvoSmart einen um bis zu 25 Prozent reduzierten spezifischen Energieverbrauch je Kilogramm Garn.

Auch Neumag ist Teil des Auftritts: EvoSteam adressiert Stapelfaserqualität und Energieeinsatz, FiberGuard BCF misst Garnspannung im Teppichgarnprozess in Echtzeit, und hycuTEC zielt mit elektrostatischer Aufladung von Meltblown-Materialien auf anspruchsvolle Filtrationsanwendungen. Die Neuheiten werden vom 4. bis 9. Dezember 2026 in Greater Noida gezeigt.

Nachhaltig sitzen und liegen

Im Projekt OrganoFoam hat das Fraunhofer LBF Polyurethan-Weichschäume entwickelt, die zu mehr als 90 Prozent aus biobasierten Rohstoffen bestehen. Ziel ist ein Ersatz für fossilbasierte Polsterschäume in Matratzen, Möbeln und Fahrzeugsitzen, ohne Abstriche bei Verarbeitung, Rückstellkraft oder Komfort.

Die Schäume entstehen aus biobasierten Polyolen und biobasierten Isocyanaten. Eine speziell angepasste Rezeptur ermöglicht die für Sitz- und Liegemöbel erforderliche offenporige Struktur ohne Naturfasern als tragendes Stützgerüst. Die hergestellten Blöcke lassen sich nach Angaben des Instituts mit bestehenden industriellen Verfahren zuschneiden, verkleben und mit üblichen Bezugsstoffen verarbeiten.

Bei der Alterungsbeständigkeit nennt Fraunhofer einen deutlichen Unterschied zur Referenz: Während konventioneller Schaum im UV-Test bereits nach rund 100 Stunden gelb und spröde geworden sei, habe sich der OrganoFoam-Schaum selbst nach 700 Stunden nur gering verfärbt. Auch Stauchhärte und Druckverformung lagen laut Projektteam auf konkurrenzfähigem Niveau.

Hohenstein lässt Umweltmanagement nach EMAS validieren

Hohenstein hat sein Umweltmanagement nach EMAS registrieren lassen. Das europäische Eco-Management and Audit Scheme verlangt von Unternehmen, Umweltwirkungen systematisch zu erfassen, Ziele festzulegen und die Entwicklung anhand belastbarer Kennzahlen zu dokumentieren. Die Umsetzung wird regelmäßig durch staatlich zugelassene Umweltgutachter überprüft.

Für die Registrierung analysierte Hohenstein die Umweltauswirkungen seiner Aktivitäten, bewertete Verbesserungspotenziale und definierte konkrete Umweltziele. Nach der Validierung wurde das Unternehmen in das offizielle EMAS-Register aufgenommen.

Die vollständige Umwelterklärung mit Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen stellt Hohenstein öffentlich bereit. Für Kunden aus der Textil- und Bekleidungsindustrie ist der Schritt auch deshalb relevant, weil Hohenstein selbst Prüf-, Zertifizierungs- und Beratungsleistungen zu Qualität und Nachhaltigkeit anbietet und damit die eigene Umweltsteuerung stärker messbar und extern überprüfbar macht.

Elektrogesponnene Wundauflagen kombinieren Phagen, Proteine und MXene

Fraunhofer-Forschende entwickeln elektrogesponnene Wundauflagen, die mehrere therapeutische Funktionen in einer einzigen Membran zusammenführen. Ausgangsmaterial ist Polymilchsäure (PLA), aus der im Elektrospinning sehr feine Fasern und daraus taschentuchartige Membranen erzeugt werden.

Im M-ERA.NET-Projekt AntiMicroMXen sollen drei Wirkstoffgruppen kombiniert werden: antibakterielle Bakteriophagen, wundheilungsfördernde Proteine und antiseptische MXene. Die Phagen dienen als natürliche Alternative zu Antibiotika, die Proteine sollen die Neubildung von Hautzellen unterstützen, und die MXene wirken gegen Keime. Damit adressiert der Ansatz mehrere Phasen der Wundheilung gleichzeitig.

Technisch anspruchsvoll ist die unterschiedliche Empfindlichkeit der Komponenten. Proteine und Bakteriophagen müssen möglichst geschützt in den Fasern liegen, während MXene für ihre antiseptische Wirkung eher an der Oberfläche verfügbar sein sollen. Elektrospinning bietet hierfür einen Vorteil, weil das Verfahren ohne hohe Prozesstemperaturen auskommt und sich damit auch für sensible Biomaterialien eignet.

ITVP: 25 Jahre Transfer von textiler Medizintechnik in die Produktion

Die ITV Denkendorf Produktservice GmbH (ITVP) blickt auf 25 Jahre industrielle Medizintechnik zurück. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf wurde am 1. Oktober 2001 gegründet, nachdem Entwicklungs- und Produktionsaufträge aus der damaligen DITF-Abteilung Biomedizintechnik den Rahmen eines Forschungsinstituts zunehmend überschritten hatten.

Heute beschäftigt die ITVP 40 Mitarbeitende und produziert auf rund 1.200 Quadratmetern Reinraumfläche. Das Spektrum reicht von resorbierbaren Polymeren über mono- und multifile Garne bis zu textilen Implantatstrukturen. Dazu zählen Herniennetze, resorbierbare chirurgische Netze und Bänder sowie gewirkte und gewebte Gefäßprothesen.

Bemerkenswert ist die vertikale Tiefe der Entwicklung: Nach Angaben der DITF reichen die Arbeiten von der molekularen Ebene bis zu nahezu fertigen Medizinprodukten, die vom Kunden nach Verpackung, Sterilisation und Zulassung in Verkehr gebracht werden können. Die ITVP fertigt dabei überwiegend für Medizinproduktehersteller, unter deren Namen die Produkte zugelassen werden.

EmpCo: Last-Minute-Nachbesserung schafft keine echte Übergangsfrist

Südwesttextil kritisiert die kurzfristige Änderung des UWG unmittelbar vor Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Die beschlossene Verhältnismäßigkeitsprüfung für bereits in Verkehr gebrachte Waren ist ein wichtiges Signal, ersetzt jedoch keine verlässliche Übergangsregelung.

Nur zwei Tage vor dem verbindlichen Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben zur Umsetzung der „Empowering Consumers for the Green Transition“-Richtlinie (EmpCo) hatte der Deutsche Bundestag eine ergänzende Regelung für bereits in Verkehr gebrachte Waren beschlossen. Südwesttextil begrüßt, dass die besonderen Herausforderungen bei Altbeständen damit grundsätzlich anerkannt werden. Für die Unternehmen kommt die Nachbesserung jedoch zu spät und schafft keine tatsächliche Übergangsfrist.

Seit dem 27. September 2026 gelten deutlich strengere Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie müssen unter anderem Claims auf Produkten, Verpackungen und Hangtags sowie in Online-Shops und weiteren Marketingmaterialien an die neuen Vorgaben anpassen.

Business

Normen & Standards

Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards

Agieren deutsche Unternehmen zu zögerlich, wenn es darum geht, sich an Prozessen zur Standardisierung und Normung innovativer Technologien zu beteiligen?
 
Mehr zum Positionspapier in unserem Newsbereich.

Studie - Lieferkettengesetz

HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz

Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.

Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.

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Zahlen & Statistik

Konjunkturdaten Textil & Bekleidung

Monatlich aktualisiert erhalten Sie hier die Konjunkturdaten zur deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie:

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  • Umsatzindex
  • ifo-Konjunkturklimaindex
  • Kennziffern

Industrie-Statistiken finden Sie in unserer Datenbank zum Download.