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Intertextile Apparel meldet mehr als 100.000 Besucher

Mehr als 3.500 Aussteller aus 30 Ländern und Regionen und über 100.000 Besucher: Mit diesen Zahlen bilanziert Messe Frankfurt die Autumn Edition der Intertextile Shanghai Apparel Fabrics 2026. Die Messe belegte 240.000 Quadratmeter im National Exhibition and Convention Center in Shanghai.

Das Angebot war entlang der Themen Fashion Forward, Performance Textiles, Sustainability und Textile Future strukturiert. Neben klassischen Bekleidungsstoffen standen funktionale Materialien, nachhaltigere Lösungen und digitale Werkzeuge im Mittelpunkt.

Die Messegesellschaft berichtet von einer starken internationalen Beteiligung und einem hohen Bedarf an direkt einsetzbaren Lösungen. Für die Beschaffung bedeutet dies, dass Design, Funktion, Nachhaltigkeitsanforderungen und Prozesseffizienz zunehmend gemeinsam bewertet werden.

Die nächste Entwicklungsetappe wird sich daran messen lassen, welche der auf den Messen gezeigten Material- und Prozessinnovationen in kommerzielle Kollektionen und größere Beschaffungsvolumina überführt werden.

WHZ tritt Kompetenzzentrum für Luft- und Raumfahrttechnik bei

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) ist neues Mitglied im Kompetenzzentrum für Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen (LRT). Die Hochschule will das Netzwerk nutzen, um neue Forschungsprojekte zu akquirieren und Entwicklungen schneller in den Markt zu überführen.  

Weniger Druckluft beim Texturieren

Heberlein Technology baut sein Geschäft mit Luftverwirbelungs- und Texturierdüsen für synthetische Filamentgarne in China aus. Im Fokus stehen die APh- und APe-Serien für DTY-Anwendungen und insbesondere Air Covering. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Düsen die Druckluftkosten senken, ohne die Garnqualität zu beeinträchtigen.

Druckluft ist in Filamentprozessen ein relevanter Kosten- und Energieposten. Heberlein beziffert für Investitionen in die neue Advanced-Performance-Generation eine mögliche Amortisationszeit von rund 18 Monaten, abhängig von der jeweiligen Anlage und Nutzung. Solche Angaben sollten im konkreten Kundenfall überprüft werden.

Parallel hat das Schweizer Unternehmen in Shengze City einen Service-Hub eingerichtet. Mobile Luftversorgung, Ultraschallreinigung, Durchflussmessung und Spleißtechnik sollen Versuche, Wartung und Fehlerbehebung näher an chinesische Produktionsstandorte bringen.

CiCLO zieht tiefer in Bettwaren ein

Intrinsic Advanced Materials erweitert CiCLO in Home- und Hospitality-Textilien. ADVANSA integriert die Technologie in Suprelle-Faserfüllungen für Kissen, Bettdecken und weitere Bettwaren. Parallel untersucht HeiQ Kombinationen mit funktionalen Technologien für Kühlung, Feuchtigkeitsmanagement, Frische, schnelleres Trocknen und Allergenreduktion.

CiCLO wird während der Herstellung in Polyester- oder Nylonfasern eingebracht. Die Technologie soll die Persistenz freigesetzter synthetischer Mikrofasern reduzieren, wenn diese in feuchte, mikrobiell aktive Umgebungen gelangen. Der Anbieter verweist auf Prüfungen durch unabhängige Labore nach ASTM- und ISO-Methoden.

Interessant ist die zunehmende kommerzielle Tiefe: Aus einer Materialtechnologie wird ein Baustein etablierter Füllstoff- und Funktionssysteme. Gerade für Bettwaren und Hospitality ist dabei entscheidend, dass Komfort- und Gebrauchseigenschaften nicht hinter der Umweltargumentation zurücktreten.

Funktionsfasern für den Arbeitsalltag

The LYCRA Company stellt ihr Portfolio „FIBERS THAT WORK“ erstmals in Nordamerika vor. Die Lösungen richten sich an Workwear, Uniformen und Schutzbekleidung und kombinieren Stretch, Feuchtigkeitsmanagement, thermischen Komfort, Sichtbarkeit, antistatische Eigenschaften und Beständigkeit gegen industrielle Pflegeprozesse.

Zu den gezeigten Technologien gehören LYCRA ANTISTATIC sowie LYCRA T400- und COOLMAX/THERMOLITE-Lösungen. Entscheidend ist der Systemgedanke: Schutzbekleidung wird nicht allein über Normerfüllung betrachtet, sondern über das Zusammenspiel von Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Klimakomfort und Lebensdauer.

Für Hersteller von Berufs- und Schutzkleidung ist diese Entwicklung relevant, weil Tragekomfort unmittelbar beeinflusst, ob Schutzkleidung im Arbeitsalltag korrekt und dauerhaft getragen wird. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Waschbeständigkeit und Ressourcenverbrauch über die Nutzungsdauer.

Spinnenseide sucht den Maßstab

Kraig Biocraft Laboratories rückt seine rekombinante Spinnenseide gezielt in den Kontext von Mode und Performance-Textilien. Das Unternehmen nutzt gentechnisch veränderte Seidenraupen, die Spinnenseidenproteine direkt in der Seidenfaser erzeugen. Anders als Verfahren, bei denen Proteine zunächst fermentativ hergestellt und anschließend zu Fasern verarbeitet werden, soll damit vorhandene Infrastruktur der Seidenindustrie genutzt werden können.

Für die textile Industrie ist vor allem die Skalierungsfrage relevant. Kraig Labs verweist auf rund 3,2 Tonnen rekombinante Spinnenseidenkokons aus einem einzelnen Produktionszyklus. Damit verschiebt sich die Diskussion von Laborproben hin zu reproduzierbarer Produktion in industriell interessanter Größenordnung. Als mögliche Einsatzfelder nennt das Unternehmen Luxus- und Modetextilien, Performance Apparel sowie Schutzmaterialien.

Filo66 spannt den Bogen bis zu Geotextilien

Die 66. Ausgabe der Garn- und Fasermesse Filo am 15. und 16. September in Mailand erweitert ihr Dialogprogramm deutlich über klassische Mode- und Materialtrends hinaus. In den „Dialoghi di Confronto“ stehen unter anderem integrierte Qualität, Lieferkettenkooperation, Forschung und Produktion, Chemikalienmanagement, künstliche Intelligenz und technische Textilanwendungen auf dem Programm.

Besonders relevant ist eine Session zu biologisch abbaubaren Geotextilien im Val Senales, an der unter anderem Marchi & Fildi, SAFE und Lenzing beteiligt sind. Weitere Beiträge behandeln ZDHC Supplier to Zero, neue Lösungen aus Engineering und Produktion sowie die Nutzung von KI in Textilunternehmen.

Die Themenbreite zeigt, wie stark sich die Diskussion auf vorgelagerten Stufen der textilen Wertschöpfung verändert. Garne und Fasern werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Chemie, Daten, Kreislauffähigkeit, Design und konkreten industriellen Anwendungen. Filo positioniert das Begleitprogramm damit als Schnittstelle zwischen Materialanbieter, Veredler, Technologieunternehmen und Anwenderbranchen.

36.000 Besucher für Heimtextilien in Shanghai

Die Herbst-Ausgabe der Intertextile Shanghai Home Textiles meldet mehr als 900 Aussteller aus 19 Ländern und Regionen sowie knapp 36.000 Besucher aus 113 Märkten. Die Messe belegte über 100.000 Quadratmeter und deckte unter anderem Bettwaren, Möbelstoffe, Vorhänge, Teppiche und designorientierte Kollektionen ab.

Messe Frankfurt hebt insbesondere die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit, neuen Technologien und supply-chain-orientierter Transparenz hervor. Neben klassischen Sourcing-Kategorien zeigten Aussteller funktionale Textilien, nachhaltigere Materialien und technologiegestützte Lösungen. Stark vertreten waren Käufer aus Greater China, Südostasien und zunehmend Zentralasien.

Auch das Rahmenprogramm zielte stärker auf Markt- und Technologiefragen. Die Themen reichten von Lifestyle-Trends und urbaner Erneuerung bis zum Einsatz von KI im Heimtextilsektor und zu Absatzchancen in Lateinamerika. Damit bestätigt die Messe, dass sich Heimtextilbeschaffung zunehmend mit Materialinnovation, Daten, Nachhaltigkeitsnachweisen und schnelleren Designzyklen verschränkt.

Wundversorgung wird textiler

Freudenberg Performance Materials und Foshan United Medical Technologies (UMT) treten auf dem WUWHS-Kongress in Kuala Lumpur erstmals gemeinsam auf, seit Freudenberg den chinesischen Wundversorgungsspezialisten Ende Juli übernommen hat. Die Kombination erweitert das Portfolio von der Faser- und Vliesstofftechnik bis zu fertigen Lösungen für die moderne Wundversorgung.

Im Mittelpunkt stehen primäre Wundauflagen auf Basis von Alginat, Carboxymethylcellulose (CMC) und Chitosan. Alginate werden wegen ihrer hohen Aufnahmefähigkeit eingesetzt; Varianten mit Silberalginat ergänzen antimikrobielle Eigenschaften. CMC soll Feuchtigkeitsmanagement und Gelbildung verbinden, während Chitosan hämostatische und bakteriostatische Eigenschaften in die Wundversorgung einbringt. Hinzu kommt ein nicht-invasives Wundverschlusssystem von UMT.

s.Oliver spielt mit den 90ern

s.Oliver startet unter dem Claim „Casual Since Forever“ eine neue Hero-Kampagne mit Heidi Klum. Das Konzept bringt die heutige Klum mit einer jüngeren Version aus den 1990er-Jahren zusammen und nutzt den Zeitsprung, um die eigene Markenpositionierung als Casual-Brand zu schärfen.

Zur Kampagne gehört eine limitierte Vintage-Capsule, die Stilcodes der 1990er aufgreift. Basics und vintage-inspirierte Entwürfe sollen dabei sowohl die Kampagnenästhetik als auch die Markenhistorie transportieren. Die Teile werden online und in ausgewählten s.Oliver Stores angeboten.

Iinteressant ist weniger die prominente Besetzung als die Verbindung von Markenstorytelling, Archivästhetik und unmittelbar vermarktbarem Produkt. Die Kampagne zeigt, wie etablierte Modemarken Heritage und Nostalgie nutzen, um bestehende Markencodes neu aufzuladen und gleichzeitig konkrete Retail-Impulse zu setzen.

Business

Normen & Standards

Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards

Agieren deutsche Unternehmen zu zögerlich, wenn es darum geht, sich an Prozessen zur Standardisierung und Normung innovativer Technologien zu beteiligen?
 
Mehr zum Positionspapier in unserem Newsbereich.

Studie - Lieferkettengesetz

HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz

Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.

Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.

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Zahlen & Statistik

Konjunkturdaten Textil & Bekleidung

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